Und wenn nichts ist, ist GruppenrauschIm Gespräch mit der ‚Fräulein Wunder AG’ über Kollektiv und Gurken, Swingerclubs und maximale Ineffizienz. lit: Rausch als Revolte? Lobert: Na, als gute Kulturwissenschaftlerinnen haben wir uns erst einmal mit Theorie beschäftigt und uns auf George Bataille gestützt, der über den Rausch eine Gesellschaftstheorie entwirft. Nach ihm wird im Rausch alle überschüssige Energie, die sonst akkumuliert wird, verausgabt, und diese Verschwendung von Energie ist nötig für die Gesunderhaltung einer Gesellschaft. Rausch wird damit zum utopischen Moment. lit: Ein bisschen wie beim Karneval. Lobert: Ja, Bataille versteht Rausch als wesentlichen Katalysator einer Gesellschaft. Entgrenzung und Perversion sollen demnach eingebaut und nicht verdrängt werden, denn wenn diese Erfahrungen ausgeschlossen werden, kommen sie anderswo wieder hoch. Hinz: Deshalb haben wir nach Räumen und Treffpunkten gesucht, die eigentlich gesellschaftlich diskriminiert werden. lit: Eine sehr mühsame Arbeit. Lobert: Ja, es bedurfte eines großen organisatorischen Aufwands, die Anzeigen waren auch nur mäßig effektiv. lit: Was habt ihr denn genau geschrieben? Hinz: Was ist Dein persönlicher Rausch, nimm uns mit! Lutz: Meistens haben wir nicht alle Informationen über uns gegeben, manchmal haben wir dazugeschrieben, dass wir 6 Leute sind und eine Kamera dabei haben. Copyright © Simone Unger – Apr 15, 2008 |
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