Meike Blatzheim

Ohne Worte mit Musik

Warum Feiern eine unheimliche Qualität haben soll, zeigt Mara Classens Dokumentarfilm leider nicht


Eine unerklärliche Qualität

Der Kern des Rauschs aber ist schwer zu fassen. Was macht sie aus, diese Partynächte, die Höhenflüge und Abstürze? „Es hat so eine unerklärliche Qualität, irgendwie“, sagt einer der Interviewten und ein anderer: „Dieses Dark, diese zeitlose, zeitvergessene, spacige, futurmäßige Tiefe.“ Auf der Suche nach Ausnahmenächten würde man immer wieder losziehen, sich selbst vergessen im Rausch der Musik, der Drogen, des Sex’. Faszination, für die keiner der Interviewten die richtigen Worte findet.

Und der Film? Dem fehlen an vielen Stellen die Bilder und die Verbindung zur Musik, die das Faszinosum Rave auch denen nahe bringen könnte, die es nicht erlebt haben. Es ist ein Film von „mittendrin“, der zeigt, was es so alles gibt, aber nicht um Verständnis von außen wirbt. Ein „Familienporträt“ sei „Feiern“, auch das liest sich in der Filmvorschau. Und so finden sich denn auch ausschließlich begeisterte Einträge von Szenekennern im Gästebuch auf der Homepage. Die anderen werden wohl weiterhin die Köpfe schütteln, wenn sie von Menschen hören, die vier Tage und Nächte durchfeiern, sich berauschen lassen von der Musik und allem, was dazu gehört. Oder sich damit abfinden, dass sich das Phänomen Rave nicht erklären lässt.

Feiern. Deutschland 2006. Regie: Maja Claasen. Produktion: HFF Potsdam. Erschienen auf DVD bei Intergroove Tonträger VertriebsGmbH 2006.

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Copyright © Meike Blatzheim – Apr 15, 2008