Dunkel bis postmodernIn seinem Roman „Die dunkle Seite des Mondes“ spielt Martin Suter mit Drogendiskursen und psychologischem Wissen FremdkörperVersucht man, „Die dunkle Seite des Mondes“ in bestehende Drogendiskurse einzugliedern, erweist sich das Buch als ebenso vieleckiger Fremdkörper, wie es seinerzeit Nietzsches Werk innerhalb der philosophischen Tradition gewesen sein muss. Was wir über Drogen und Psychosen wissen, wird hier über den Haufen geworfen. Ahnungen und Halbwahrheiten, die sich im gesellschaftlichen Bewusstsein festgesetzt haben, werden dagegen munter ausgeschmückt und, untermauert durch die Autorität eines Psychologen, als bunte Schockerbombe in die Welt gefeuert. Herr Blank hat auf den falschen Pilz gesetzt und ist zum Monster geworden – Pech, könnte man sagen. Dass Drogen Schaden anrichten können, weiß schließlich jeder. SymptomeMit diesem simplen Pfunde lässt sich wuchern, mag sich der Autor Suter gedacht haben. Doch so wenig wie Blank von Drogen, scheint sein Schöpfer von daraus resultierenden Psychosen zu verstehen, beziehungsweise von Schizophrenien, nein, Persönlichkeitsveränderungen natürlich, ach, wie hieß das noch, schizoid, dissozial, auch egal, Hauptsache schwerwiegend, Hauptsache, er hat sein Denken oder eben seine Gefühle, na jedenfalls seine Handlungen nicht im Griff, Hauptsache er wird zum Mörder. Dichterische Freiheit eben. Kollektive Ängste vor dem Gespenst „Unterbewusstsein“, dem Geist „psychische Störung“ und dem Ungeheuer „Drogen“ werden zu einer Mischform aus Symptomen und Nicht-Symptomen verquirlt. Dass die menschliche Psyche mit einem relativ kleinen Spektrum an Auswirkungen auf eine Vielzahl an Einwirkungen antwortet, wie der Psychologe Bonhoeffer beschreibt, scheint Suter dabei nicht zu stören. Sein Charakter reagiert auf eine recht einfache Methode, sich psychisch aus der Bahn zu werfen, mit Symptomen, die mal für Persönlichkeitsstörungen, mal für Schizophrenien typisch sind. Copyright © Jan Berning – Apr 15, 2008 |
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